Dienstag, 09. März 2010 - 07:26 Uhr

Logan Bailly: Im Gegensatz zum ungewohnten Trikot blieb die Weste des Belgiers nicht weiß. Beim 0:1 aus kurzer Distanz blieb er reglos stehen, wobei er aufgrund der vorhersehbaren Entstehung des Treffers durchaus hätte antizipieren können. Beim zweiten Gegentor absolut machtlos, beim dritten wollte Bailly den Winkel verkürzen, doch der Schuss passte ganz genau. Darüber hinaus hielt der Belgier sein Team mit einer sehr guten Parade gegen Schmelzer weiter im Spiel. Auch gegen Zidan reagierte er vor dem Pausenpfiff stark, wobei er diese Chance mit einem verunglückten Abschlag selbst eingeleitet hatte. Apropos Abschläge: Viele Bälle – u.a. in der Entstehung des 0:2 - landeten beim Gegner und einige Male zielte er in Regionen, wo weit und breit kein Mitspieler stand. Note 4,0.
Tobias Levels: Hatte große Probleme, seine Seite zu schließen. Immer wieder stießen die Dortmunder über Gladbachs rechte Seite vor und Levels sah nicht nur beim ersten Gegentor schlecht aus, als er Zidan ziehen lassen musste und die Hereingabe nicht mehr verhindern konnte. Mehrmals war der 23-Jährige nicht auf dem Posten. Vor allem im ersten Durchgang rückte er einige Male frühzeitig in die Mitte und ließ die Außenbahn einfach offen. Im Spiel nach vorne nur mit ganz wenigen Aktionen. In der zweiten Halbzeit insgesamt etwas stabiler, jedoch weiterhin nicht wie gewohnt in die Zweikämpfe kommend. Note 4,5.
Roel Brouwers: Wenn der Niederländer in die direkten Duelle ging, entschied er sie fast ausnahmslos für sich. Mehrmals kam er allerdings erst gar nicht so weit, wie beim 0:1. Da ließ der Verteidiger Großkreutz einfach unbeachtet, wobei die Situation eigentlich gut überschaubar war. In einigen weiteren Aktionen mit Problemen im Stellungsspiel. Im Aufbau mit dem ein oder anderen missglückten Pass, bei eigenen Standards vorne gut zugedeckt. Note 4,5.
Dante: Startete mit einem guten Ballgewinn und einem gelungenen Dribbling, hatte dann jedoch einige Probleme mit den aggressiv auf den Ball gehenden Dortmundern. Ein wenig wirkte Dante überrascht ob der Bissigkeit der gegnerischen Stürmer. In den Zweikämpfen lange nicht so souverän wie gewohnt, im Spielaufbau mit großer Streuung. Dazu kamen Konzentrationsschwächen, wie bei einem Ballverlust an der Mittellinie, der einen Konter zur Folge hatte. Beim 0:2 ließ sich der 26-Jährige im Verbund mit Bradley von Zidan sehr einfach verladen, beim dritten Tor kam er gegen den Ägypter einen Schritt zu spät. Note 4,5.
Filip Daems: Der Kapitän hatte in der Defensive Schwierigkeiten in den Zweikämpfen und gewann nur etwas mehr als die Hälfte seiner direkten Duelle. Im Spiel nach vorne um Anschluss bemüht, jedoch sehr ‚steif‘ wirkend. Der Belgier geriet deutlich ins Schwimmen, sobald die Dortmunder ihn als ballführenden Akteur doppelten. Im Zusammenspiel mit Arango und Bobadilla wollte Daems in der ersten Halbzeit einige Pirouetten drehen, was jedoch misslang. Eine gewisse Verunsicherung ist beim 31-Jährigen nach wie vor nicht zu übersehen. Dass er sich an der eigenen Grundlinie den Ball wie ein Anfänger abluchsen lässt, unterstreicht diesen Eindruck. Note 5,0.
Marcel Meeuwis: Der Niederländer war ständig dabei, die großen Lücken im defensiven Mittelfeld zuzulaufen. Dabei gelangen ihm nur wenige Balleroberungen, so dass Kehl und Sahin relativ unbedrängt kombinieren konnten. Bei diesem läuferischen Aufwand muss Meeuwis mehr in die Zweikämpfe kommen und nach Ballgewinnen Tempo aufnehmen. Das gelang ihm sehr ordentlich, als er über rechts antrieb. Dazu zwei gelungene Pässe in die Spitze auf Colautti und später Friend. Daneben allerdings viele Sicherheitspässe und ein Ballverlust, der fast ins Auge gegangen wäre. Nachdem der auf dem Boden liegende Kehl nach ihm trat, lieferte sich Meeuwis ein Privatduell mit dem ständig provozierenden Dortmunder. Richtig, dass Meeuwis sich wehrte und auch mal zulangte. Doch insgesamt war er – genauso wie seine Kollegen – zu brav, um bei den Dortmundern nachhaltig Eindruck zu hinterlassen. Note 4,5.
Michael Bradley: Eigentlich soll er als ‚Aggressive Leader‘ die Kollegen mitziehen, doch momentan hat der Amerikaner am meisten mit sich selbst zu kämpfen. Das wurde auch in Dortmund deutlich, als er zu keiner Zeit wirklich ins Spiel fand. Hinten nur mit wenigen energischen Aktionen und Ballgewinnen, im Aufbauspiel mit sehr großer Ungenauigkeit und als er sich im ersten Durchgang einmal bis in den gegnerischen Strafraum einschaltete, vertändelte er in durchaus günstiger Position. Bezeichnend ein Dribbling in der zweiten Halbzeit, als der 22-Jährige mit dem Ball am Fuß ins Seitenaus lief. Beim vorentscheidenden 0:2 ließ er sich mit Dante von Zidan zu leicht mit einer Körpertäuschung narren. Schon für ein Einsteigen mit gestrecktem Bein mit Gelb verwarnt, wurde Bradley nach 64 Minuten vom Feld geholt. Note 5,0.
Marco Reus: In der Anfangsphase hatte der ehemalige Dortmunder ein, zwei Aktionen, in denen seine Klasse aufblitzte. Allerdings in Situationen weit weg vor dem Tor von Weidenfeller. Nach dem Rückstand tauchte Reus phasenweise völlig ab. Gerade ihm hätte man am ehesten Lösungsmöglichkeiten gegen die ‚doppelnden‘ Dortmunder zugetraut. Doch die Gastgeber hatten sich ausgezeichnet auf den 20-Jährigen eingestellt und setzten ihn matt. Nach der Umstellung und der Auswechslung von Bradley zentral vor Meeuwis positioniert und nun mit zwei, drei guten Ansätzen. Mit dem dritten Dortmunder Treffer war das Spiel gelaufen und Reus wurde durch den defensiveren Jantschke ersetzt. Note 5,0.
Juan Arango: Die Dortmunder hatten ihre Hausaufgaben gemacht und attackierten Arango mit großer Vehemenz. Oft sogar zu dritt stürzten sie sich auf den Venezolaner, der kaum Zeit hatte, den Ball anzunehmen. Seine Mitspieler konnten oder wollten Arango nicht helfen, so dass dieser ob der unangenehmen Gegenspieler zusehends die Lust verlor. Selbst wenn er sich befreien konnte, landete der Ball spätestens bei der nächsten Aktion bei einem Dortmunder. Mit zunehmender Spieldauer tauchte der 29-Jährige immer weiter ab. Und auch die ruhenden Bälle blieben unterdurchschnittlich. Note 5,0.
Roberto Colautti: Startete ordentlich und mit einer gewissen Spritzigkeit. Ließ sich wie gewohnt tief fallen, schaltete einige Male schnell um und spielte ein paar gute Pässe. Ein Schuss aufs Tor war zu schwach und sein Kopfball nach einer Ecke landete genau in den Armen von Weidenfeller. Je länger die Partie dauerte, desto mehr verschwand der 27-Jährige aus dem Blickfeld. Auch weil er ein Länderspiel über volle 90 Minuten in den Knochen hatte, wurde er nach einer guten Stunde ausgewechselt. Note 4,0.
Raúl Bobadilla: Der Argentinier war bestrebt, etwas in Richtung gegnerisches Tor zu bewegen und zeigte dabei mehrfach gute Ansätze. Doch dabei bleib es, denn spätestens bei m zweiten Gegenspieler war Schluss. Über die gesamten 90 Minuten gab der Stürmer keinen einzigen Torschuss ab. Dazu ließ er sich wieder vermehrt dazu verleiten, auf den Ball zu steigen und es mit Kunststücken zu versuchen. Dieses Übel glaubte man doch eigentlich schon überwunden. Es wird wichtig sein, dass Bobadilla den nach Bremen vermeintlich gelösten Knoten nicht wieder festzurrt. Note 4,0.
Rob Friend: Kam unmittelbar nach seiner Einwechslung zum Schuss, traf den Ball jedoch nicht richtig. Zum Glück für den Kanadier war bereits Abseits gewunken. Mit ihm kam zumindest etwas körperliche Präsenz in die vordersten Reihen, doch nach dem dritten Tor wurde das Spiel nur noch abgewickelt und es gab keine Gelegenheit für Friend, sich noch in Szene zu setzen. Ohne Note.
Karim Matmour: Hatte nach wenigen Sekunden seine beste Situation mit der Flanke auf den im Abseits stehenden Friend. In der Folgezeit ohne Fortune. Mit seinem höchst überflüssigen Ballverlust an der Mittellinie ebnete Matmour den Dortmundern den Weg zum 0:3. Dass er in dieser Situation nicht nachsetzte um seinen Fehler vielleicht noch zu reparieren, ist unverständlich. Ohne Note.
Tony Jantschke: Kam nach dem 0:3 für den offensiven Marco Reus um als ‚Sechser‘ neben Meeuwis dafür zu sorgen, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Das gelang Jantschke bei 10 Ballkontakten und 7 von 7 Pässen, die den Mitspieler erreichten. Ohne Note.