Dienstag, 22. September 2009 - 20:55 Uhr

Borussias Trainer Michael Frontzeck veränderte seine Mannschaft gegenüber dem 2:4 gegen TSG Hoffenheim am vergangenen Samstag nur auf einer Position: Für den angeschlagenen Thorben Marx, der wie angekündigt nicht im Kader stand, rückte Michael Bradley in die erste Elf. Neu im Kader gegenüber der Partie in Hoffenheim war lediglich Tony Jantschke.
Auf Seiten der Duisburger stand mit Bernd Korzynietz ein ehemaliger Gladbacher Borusse in der Startformation.
Die Partie startete durchaus munter, wobei Duisburg sich wie angekündigt keinesfalls versteckte. Dennoch waren die Borussen von Beginn an das tonangebende Team. In der fünften Minute hätte Raúl Bobadilla nach einem Zuckerpass von Arango den Türöffner geben können, doch der Argentinier schoss Duisburgs Keeper Starke an und verdaddelte anschließend den Rebound.
Sieben Minuten später war es erneut Bobadilla, der mit einem Schuss von links an Starke scheiterte. Duisburg ließ einiges zu, doch die Gladbacher konnten daraus nicht wirklich Kapital schlagen. Ansätze waren vorhanden, doch am gegnerischen Strafraum ging zumeist die Konzentration flöten.
Auf der anderen Seite zeigte sich Duisburg immer mal wieder vor Logan Bailly und der Abwehrverbund der Borussen wirkte nicht immer auf der Höhe. So durfte Sören Larsen in der 20. Minute relativ unbedrängt aus 12 Metern abziehen, zum Glück flog der Schuss des ehemaligen Schalkers über den Querbalken.
In der Folgezeit gelang es Borussia immer weniger, das gegnerische Tor wirklich in Gefahr zu bringen. Viele Aktionen versandeten, weil zwar gewollt, doch ohne die letzte Konsequenz agiert wurde. Duisburg bot weiterhin einiges an, die Borussen ließen das weiterhin ungenutzt.
Erst in den letzten fünf Minuten vor dem Pausenpfiff wurde es nochmal brenzlig im Strafraum der Zebras. Da vergab zunächst Matmour am langen Pfosten nach Flanke von Bobadilla einen Volley aus kurzer Distanz (42.), dann scheiterte Arango von halblinks nach einem zügig vorgetragenen Angriff an Torwart Starke, der den Winkel gut verkürzte (45.).
So ging es trotz optischer Überlegenheit des Bundesligisten mit einem torlosen Remis in die Kabinen.
Kurz nach Wiederanpfiff versuchte sich Bobadilla nach einer Einzelaktion mit einem wuchtigen Schuss von der Strafraumgrenze, der sein Ziel jedoch deutlich verfehlte. Noch war Borussia das überlegene Team, doch das sollte sich mit zunehmender Spielzeit ändern.
Man schaffte es immer weniger, Druck aufzubauen und Duisburg wurde immer mutiger. Ben-Hatira hätte die Gäste in der 51. Minute in Führung bringen können, doch Bailly lenkte seinen Kopfball mit einem tollen Reflex an den Innenpfosten und konnte die Kugel dann sichern (51.). Im Gegenzug schoss Bradley knapp vorbei und ein folgender Flachschuss von Arango wurde von Starke abgewehrt.
Auf der anderen Seite war es kurz darauf erneut Ben-Hatira, der nach einem Konter frei am langen Pfosten vor Bradley auftauchte. Der Belgier warf sich gekonnt in den Schuss und hielt seine Mannschaft mit dieser Parade im Spiel (54.).
Die Borussen bauten immer deutlicher ab und spielten kaum noch einen vernünftigen Angriff nach vorne. Mit der Einwechslung von Reus und Neuville für Matmour und Colautti wollte Frontzeck für frischen Wind sorgen. Beide hätten in der 76. Minute zum Matchwinner werden können, als Reus nach einem langen Ball von Bradley an Starke scheiterte, Neuville jedoch blank für den Nachschuss stand. Der ehemalige Nationalspieler zog jedoch zu überhastet ab und zielte über das Tor.
In der Schlussphase hatte Borussia kaum noch etwas zu zu setzen. Duisburg wirkte frischer und war nun nicht nur das optisch überlegene Team, sondern spielte auch besser Fußball. Logan Bailly rettete seiner Mannschaft mit einer tollen Parade gegen Ben-Hatira noch vermeintlich in die Verlängerung, doch in der Nachspielzeit geschah es dann. Die Borussen standen schlecht, konnten einen Antritt des ehemaligen Borussen Kristofer Andersen nicht stoppen, der Doppelpass mit Larsen spielte und den Ball unhaltbar für Bailly versenkte.
Unmittelbar darauf war Schluss und Duisburg feierte den nicht unverdienten Einzug in die dritte Runde. Borussia fehlte es an Effektivität und besonders in der zweiten Halbzeit ließ die Mannschaft alles vermissen, was man in einem Pokalspiel zeigen muss.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Bailly – Levels, Brouwers, Dante, Jaurès – Bradley, Meeuwis – Matmour (65. Reus), Arango – Colautti (65. Neuville), Bobadilla
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Stalteri, Kleine, Friend, Jantschke
MSV Duisburg: Starke – Korzynietz, Tiago, Schlicke, Veigneau – Bodzek, Tiffert – Caiuby (83. Adler), Ben-Hatira (90. Grlic) , Ede (62. Andersen) - Larsen
Tore: 0:1 Andersen (90.)
Gelbe Karten: Levels, Bradley – Tiffert, Tiago
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)
Zuschauer: 45.397