Samstag, 01. August 2009 - 21:28 Uhr
Trainer Michael Frontzeck bot in der Erstrunden-Partie des DFB-Pokal die nach den diversen Ausfällen erwartete Startformation auf. Vor Torhüter Christopher Heimeroth bildeten Tobias Levels, Roel Brouwers, Dante und Jean-Sebastien Jaures die Viererkette. Vor der Abwehr agierten Thorben Marx und Michael Bradley im defensiven Mittelfeld während Karim Matmour und Neuzugang Juan Arango den offensiven Part des Mittelfelds bildeten. Davor gaben Roberto Colautti und der heutige Kapitän Oliver Neuville die beiden Sturmspitzen.
Die 9.742 Zuschauer am Bornheimer Hang sahen eine von Beginn an tonangebend agierende Borussia, die mit Spielbeginn das Ruder in der Partie übernahm. Bereits nach 180 Sekunden zwang Juan Arango Frankfurts Torwart Patric Klandt per Freistoß zu einer Glanzparade.
Arango, der besonders mit seinen gelungenen Standardsituationen in der Vergangenheit von sich reden machte, musste nach fünf Spielminuten behandelt werden. Der Schrecken bei den Verantwortlichen währte jedoch nur kurz und der Venezolaner kehrte nach kurzer Behandlung in die Partie zurück.
Kurze Zeit später wurde Roberto Colautti im Strafraum der Frankfurter nach feinem Doppelpass mit Oliver Neuville gelegt und Schiedsrichter Kinhöfer zeigte zurecht auf den Elfmeterpunkt. Vom Punkt allerdings vergab Michael Bradley die Chance zur frühen Führung, denn FSV-Keeper Klandt parierte den halb-hoch abgegebenen Schuss in die linke untere Ecke. Der Schock bei der Borussia über den vergebenen Strafstoß aber hielt nur kurz vor und schnell nahm die Elf von Michael Frontzeck wieder das Heft in die Hand.
Es folgten einige gefällige Direktkombinationen, die nach 27 Spielminuten endlich auch im Ergebnis Früchte trugen. Kapitän Oliver Neuville setzte Juan Arango an der Strafraumgrenze in Szene, der in den freien Raum stieß und dessen abgefälschter Schuss sich im hohen Bogen über Torwart Klandt in die Maschen des FSV-Tores senkte.
Die Führung war der verdiente Lohn einer engagierten Leistung in der ersten halben Stunde. Borussia agierte in der Defensive sehr konzentriert und ließ bis auf drei Ecken kaum etwas zu. Erst in der 42. Spielminute kamen die Frankfurt nach einem zu zaghaften Einsatz von Links-Verteidiger Sebastien Jaures ansatzweise zu einem gefährlichen Torschuss durch Oualid Mokhtari.
Nach dem Seitenwechsel waren es die Gastgeber zunächst selbst, die sich dezimierten und der Borussia den Weg in die zweite Pokalrunde ebneten. Nach einem leichten Foul an Neuzgang Arango warf FSV-Akteur Dajan Simac den Ball absichtlich auf den am Boden liegenden Venezolaner und kassierte dafür zurecht die Rote Karte.
Der FSV reagiert gezwungener Maßen, nahm mit Sead Mehic eine Offensivkraft hinaus und agierte fortan nur noch mit einer Spitze. Bereits zwei Minuten nach dem Platzverweis hätte Roberto Colautti für die Vorentscheidung in der Partie sorgen können, doch der Israeli vergab die Großchance nachdem ihn erneut der spielfreudige Arango in Szene gesetzt hatte.
Neun Mnuten später vollendete Colautti das nächste feine Arango-Zuspiel, dann aber mit dem rechten Fuß und sorgte für den verdienten 2:0-Vorsprung der Borussia. Der Bundesligist schaltet in der Folgezeit einen Gang zurück und wurde nach gut siebzig Minuten vom Anschlusstreffer des Zweitligisten kalt erwischt. Eine Portion Leichtsinn in der Verteidigung und die erste Nicht-Balleroberung von Dante ermöglichten dem eingewechselten Junior Ross den 1:2-Anschlußtreffer, bei dem Torhüter Heimeroth chancenlos war. Die Borussia hatte zuvor zu viele ‚lockere Angriffe’ vorgetragen, bei denen zwar weiter ordentlich kombiniert wurde, es aber deutlich an der Torgefahr aus dem ersten Durchgang mangelte.
Der FSV zeigte in der Folgezeit jedoch nur sparsame Offensiv-Aktionen und erst gegen Ende der Partie witterten die Hausherren ihre Chance auf den Ausgleichstreffer. Die Borussia ließ jedoch nichts mehr anbrennen, auch wenn die Gastgeber in den letzten beiden Minuten noch zu zwei Eckstößen kamen.
Insgesamt wirkte der Auftritt der Borussia beim Zweitligisten souverän, selbst wenn dies das Ergebnis am Ende nicht ausreichend wiederspiegelt. Die Borussia darf sich über den Einzug in die nächste Runde freuen und der Auftritt gab der Hoffnung auf einer erfolgreichere neue Saison ein wenig neue Nahrung.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
FSV Frankfurt: Klandt - Simac, Klitzpera, Ledesma, Voigt (65. Ross) - Mokhtari (80. Bouhaddouz), Mehic, Coulibaly, Kujabi - Cenci, Taylor (51. Müller)
Borussia Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Brouwers, Dante, Jaurès – Matmour (71. Reus), Bradley, Marx, Arango - Colautti, Neuville (80. Lamidi)
Reserve: Alvarez (Tor), Husterer, Ledgerwood, Pintol / Löhe (Tor), Stalteri, Kleine, Jantschke, Bäcker
Tore: 0:1 Arango (27.), 0:2 Colautti (59.), 1:2 Ross (72.)
Gelbe Karten: Voigt, Cenci / -
Rote Karte: Simac (47./Tätlichkeit)
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Zuschauer: 9742 im Frankfurter Volksbank Stadion